Die Lockerungen in der Corona-Krise sind wie ein Luftholen. Zum entspannten Atmen reichen sie oftmals aber nicht. Was gibt uns in dieser Situation Kraft?

Spendenbaum in Prohlis

Mir gibt Kraft die Hoffnung auf Gott. Es gibt einen Text in Bibel, im Römerbrief: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Es gibt keinen Grund, irgendwelche Angst zu haben. Wir wissen, dass Gott uns liebt als Kinder. Er macht alles gut für uns, auch wenn nicht immer alles gut bei uns ist. Ich war 2 Wochen im Homeoffice, aber es war ein bisschen einsam. Jetzt bin ich wieder im Büro. Nach Bekanntmachung der strengen Regeln im März war ich joggen. Ich habe nur wenige Leute gesehen, aber alle haben gegrüßt. Durch diese Situation kommen wir mehr zu einander, so mein Gefühl. Bei uns in Prohlis habe ich einen Spendenbaum gesehen. Da hängen Beutel mit Produkten, die kann man nehmen. Es steht nicht, wer das macht oder warum, sondern es ist einfach so für alle, die das brauchen, da. Das finde ich gut.

Slawa, Dresden-Prohlis, 29. April

Mir/uns gibt momentan die moderne Technik viel Kraft. Durch die zurzeit massiven Einschränkungen bei den persönlichen Begegnungen sind durch sie wünschenswerte Kontakte auf vielfältige Weise möglich. Mit dem Handy sind wir z. B. selbst im Garten erreichbar. Über Skype können wir am Computer auch über Ländergrenzen hinweg „Blickkontakte“ pflegen. Ein Fire-TV-Stick gestattet uns u. A. auch die Teilnahme an den Sabbat-Live-Gottesdiensten im Hope Channel. Und auch „zoom“ mit der virtuellen Teilnahme an Meetings mit mehreren Personen ist eine tolle Sache, denn damit konnten wir vor einigen Tagen mit über 50 weiteren Personen per Bildschirm an der durch Corona bedingten gästelosen Hochzeitszeremonie unserer Enkelin teilnehmen. Ja, so kann auch die so oft verteufelte Technik zum Segen und zu einem Kraftquell in der gegenwärtigen Zeit werden. Und darüber sind wir sehr froh.

Ursula und Dieter, Dresden-Seidnitz, 25. April

Was mir Kraft gibt, ist ein ehrlicher Umgang mit dem, was man gerade erlebt, mit Emotionen und Beziehungen. Ich kann auch den Sport gut in den Alltag integrieren. Früh und abends nehme ich mir Zeit, um alle Erlebnisse sacken zu lassen, nichts zu verdrängen. Corona hat mein Leben nicht sehr verändet, ich habe schon vorher im Homeoffice gearbeitet. Nur die verordnete Selbstisolation am Anfang war für mich als Single-Haushalt nicht akzeptabel.

André, Dresden-Reick, 21. April

Wenn ich von meinem Dachboden aus dem Fenster gucke, wie alles grün wird, das gibt mir Kraft. Ich habe einen Heimarbeitsplatz. Im Garten, wenn die Sonne scheint, kann man etwas tun. Reden geht, es gibt mehr Gespräche mit den Kindern. Vor der Krise hatte ich überlegt: Wo kann ich eine Bremse einlegen? Es ist mir schwer gefallen, etwas abzugeben. Im Nachhinein betrachtet, kam die Corona-Bremse genau richtig. Was mir aber zu schaffen macht, ist die Kontaktsperre.

Antje, Dresden-Weißig, 20. April

Was mir Kraft gibt? Das Bewusstsein, dass Gott über allem steht. Daran denke ich eigentlich immer, egal, was passiert. Auch im Garten bei der Aussaat. Und dass Gott uns nicht ein gutes Leben und Gesundheit versprochen hat. Wenn ich darauf meinen Glauben aufbaue, klappt das nicht. Ich darf aber nicht zu viel über die Konsequenzen für die Leute nachdenken, wie z.B. Arbeitslosigkeit und Insolvenzen. Das bewegt mich sehr.

Gunda, Dresden-Neustadt, 19. April

Zusammenstellung: Andreas Schrock, Fotos: privat

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