
Andacht im Januar: Siehe, ich mache alles neu!
Siehe, ich mache alles neu! (Offb 21,5)
Ich schaue nicht mehr hin. Die Nachrichten – kaum Aussicht auf Veränderung. In den Spiegel – ich werde alt. Werbung – kaum etwas davon brauche ich. Jetzt hat ein neues Jahr begonnen. Lohnt es sich Ausschau zu halten? Könnte ich etwas Buntes, Lebendiges, Erfreuliches, Hoffnungsvolles erspähen?
„Siehe!“ Das Bibelwort aus der Offenbarung lädt uns ein hinzuschauen. Genau genommen, ist es „Der auf dem Thron sitzt“, der verspricht: „Es lohnt sich, mach doch die Augen auf.“ Der Schöpfer selbst erschafft einen Neuanfang.
„Ich mache alles neu!“ ist der Höhepunkt, auf den das ganze biblische Buch „Die Offenbarung“ hinausläuft. Der Name des Buches ist Programm: ein Vorhang wird zur Seite gezogen, damit wir sehen können, wer tatsächlich das Ruder in der Hand hat. Wir schauen in den Thronsaal des Universums. Dort wird Gott als Herrscher verehrt. In unserer Lebenswirklichkeit auf der Erde sehen wir davon oft nichts. Dort herrschen andere Prinzipien. „Geld regiert die Welt“ sagen wir, oder „Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ oder „Wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor.“
Auf dem Thron des Universums sitzt jedoch nicht der, der sich am wirkungsvollsten durchgesetzt hat, sondern Jesus Christus, von dem gesagt wird: Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm den Rang und Namen verliehen, der ihn hoch über alle stellt. (Phil 2,7-9)
Die Herrschaft Gottes mit ihrer menschenfreundlichen und dem Leben zugewandten Grundausrichtung, kommt uns aus der Zukunft entgegen. Sie wirft ihren Schein auch schon auf das neue Jahr, das gerade begonnen hat und vor uns liegt.
Wir brauchen aber nicht nur darauf warten, dass Gottes Herrschaft unsere Welt einmal umfassend umkrempelt. Er beginnt seine Neuschöpfung jetzt schon, jederzeit, im Herzen eines Menschen. Neues entsteht, wenn sich ein Mensch auf eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott einlässt. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt. (Hes 36,26)
Die Augen aufzumachen, lohnt sich doch, und das Neue zu suchen, das Gott in anderen Menschen und auch in mir selbst erschafft. Danach will ich Ausschau halten.
Text: Simon Krautschick
Foto: Kiều Trường auf Pixabay

Andacht im Dezember: Licht im Advent – und darüber hinaus
Der Dezember ist ein Monat voller Lichter. In Straßen und Fenstern leuchten Sterne, Kerzen werden entzündet, und viele von uns spüren eine Mischung aus Vorfreude, Sehnsucht und vielleicht auch eine gewisse Erschöpfung nach einem anstrengenden Jahr. Mitten in dieser besonderen Atmosphäre erinnert uns der Advent an ein besonderes Licht. Es ist nicht nur Dekoration, sondern es durchbricht das Dunkel der Welt und alles dunkle in uns selbst.
In Jesaja 9,1 heißt es: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“ Das ist nicht nur ein poetisches Bild. Es ist die christliche Botschaft in wenigen Worten: Gott sieht unsere Dunkelheit – die äußere und die innere. Aber er ist nicht irgendwo da draußen in den Weiten und der Dunkelheit des Universums. Er spendet auch nicht nur ein bisschen Trost oder ruft ein paar ermutigende Worte zum Durchhalten zu. Er kommt selbst. In Jesus betritt Gott unsere Welt, unser Chaos, unsere Tränen, unsere Freude – alles.
Vielleicht ist dein Jahr hell gewesen, voller guter Momente. Vielleicht war es aber auch geprägt von Herausforderungen, Verlusten oder Ungewissheit. Wo auch immer du gerade stehst: Gott sagt dir zu: Ich bin da. Ich komme zu dir. Mein Licht reicht auch für deine Dunkelheit.
Die Adventszeit ist ambivalent. Einerseits voller Hektik und Stress, denn bald ist Weihnachten, das Jahr geht zu Ende und so vieles muss noch erledigt werden. Andererseits voller Erwartung – auf Momente der Ruhe, des Friedens, der Einkehr und Heimkehr. Wie schön wäre es doch, wenn man diese Zeit von ganzem Herzen genießen könnte, zumindest jeden Advent-Sonntag. Warum eigentlich nicht? Vielleicht kannst du dir in diesem Dezember einen Moment der Stille schenken: eine Kerze anzünden, tief durchatmen und Gott sagen, was dich bewegt. Und vielleicht spürst du dann etwas von dem, was die Engel den Hirten verkündet haben: „Fürchtet euch nicht.“ Nicht vor dem, was war. Nicht vor dem, was kommt. Denn das Licht ist schon unterwegs – zu dir.
Ich wünsche dir einen gesegneten Advent und ein Weihnachtsfest voller Hoffnung, Nähe und Licht.
Text: Lothar Scheel
Bild: Chris Spencer-Payne auf Pixabay



























