Für den Sabbat, 13. Juni 2026, waren alle Gemeinden und Freunde der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung zu einem Vereinigungstag nach Friedensau eingeladen. Das Thema für diesen Tag hieß: »Mit Gott das Weite suchen«. Die Vorbereitungen und Anmeldungen liefen schon seit längerer Zeit, sodass alle genügend Spielraum hatten, zu entscheiden: mitfahren oder zu Hause bleiben. Logistisch muss das eine Meisterleistung gewesen sein, denn 2.300 Glaubensgeschwister und Freunde waren auf dem Zeltplatz, in der Arena oder der Nebenbühne dabei – einige entdeckten Friedensau für sich das erste Mal. Sie alle brauchten einen Sitzplatz während des Gottesdienstes, zu den Mahlzeiten, Unterstellmöglichkeiten bei Prasselhitze oder Regenschauern. Ich war und bin sehr beeindruckt von der wohldurchdachten und gelungenen Organisation. Die Elbtalgemeinden hatten sich einen Bus gechartert und jeder, der wollte, konnte für kleines Geld in diesem Bus mitfahren. Dresden – Friedensau – Dresden. Früh 6 Uhr ging es pünktlich los – danke an Carol und Lutz Rühle an dieser Stelle für die souveräne Reiseleitung – und abends gegen 22 Uhr parkte der Bus vor dem Adventhaus wieder ein. Was in diesen Stunden an Erlebnissen zusammenkam, ist allerhand, hätte für mehrere Tage gereicht. Die Hauptsache war: Es war ein Tag, an dem wir als große Glaubensfamilie, durch Christus vereint, »unter dem Kreuz zusammenkamen, um aufzutanken, gestärkt zu werden und uns neu von Gottes Geist bewegen zu lassen«, so hatte es die BMV beschrieben und so war es auch.
Die Tradition der Vereinigungssabbate gibt es schon lange. Dass wir aber Gelegenheit erhielten, auf so geeignetem Gelände, mit so vielen Geschwistern zusammenzutreffen, das ist wirklich ganz großartig.
Der Gottesdienst begann 10.30 Uhr und bezog die Zuschauer in der Arena und auf der Nebenbühne vollwertig mit ein. Die Verkündigung lag in den Händen von den Pastoren Ralf Hartmann, Manuel Füllgrabe und Jugendreferentin Evelyn Kirch. Den Einstieg bildete die biblische Geschichte aus 1. Mose 26: »Isaak lebt mit seiner Familie im Land der Philister. Doch statt friedlicher Koexistenz kommt es zu Spannungen. Die Philister verstopfen die Brunnen seines Vaters Abraham. Isaaks Hirten graben neue, nur um erneut Streit und Feindseligkeit zu erleben. Grenzen werden gezogen, Besitz verteidigt, Wasser – die Quelle des Lebens – wird zur Waffe. Doch Isaak reagiert anders, als man es erwarten würde. Er zieht weiter, sucht neue Orte, und schließlich findet er einen Brunnen, der nicht mehr umkämpft ist. Er nennt den Ort Rechobot – „weiter Raum“ – und bekennt: „Nun hat uns der HERR Raum gemacht, und wir werden fruchtbar sein im Land.“ Die Verkündigung bezog die Gegenwart mit ein und ließ niemanden ohne tiefergehende Gedanken zurück. Das Anspiel – mit sehr witzigen Sequenzen, eingebaut von Manuel Füllgrabe (mein Salzwedel, da bin ich aber Limbach-Oberfrohna!) – machte so vieles klarer, gewürzt mit einem Lacher oder völlig unerwartetem Bezug. Der Gedanke des Brunnens zog sich nicht nur durch den Gottesdienst, sondern über den ganzen Tag verteilt.
An dieser Stelle müssen die Musik, die Musikerinnen und Musiker genannt werden: der Chor, der Kinderchor, das Orchester, die Bläser, die Worship-Band – und Wilfried Scheel und Michael Nestler als unsere Musikbeauftragten. Die Musik begleitete mal traditionell, mal unkonventionell den Gottesdienst wie den ganzen Tag. Die Musik traf ins Herz. Sehr berührend, dass unsere Xenia solistisch aufgetreten ist und wunderbar gesungen hat. Sie sagte: »Das war ein Traum von mir; das wollte ich unbedingt einmal erleben!« Noch eins sei hervorgehoben: Sobald die Bläser anstimmen, öffnet sich – für mich – der Himmel ein kleines Stück weit… Was gut eingeflochten wurde: die Ergebnisse aus den Sing- und Orchester- oder Musizierwochen. Dann weiß man, wofür geprobt wurde, und dass es Spaß gemacht hat! Wie bei Xenia.
An einzelnen »thematischen Brunnen« konnten die Gottesdienstbesucher von 14 bis 16 Uhr auf dem Zeltplatzgelände halt machen, das heißt, sie konnten die Stände vom Deutschen Verein für Gesundheitspflege (DVG), von der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF), vom Advent-Verlag und den Kreativbrunnen besuchen. Was gab es da nicht alles zu entdecken. Da ich am ThHF-Stand zu tun hatte, kann ich von hier berichten, dass trotz zweier kräftiger Regenschauer die Freude am Bibelquiz (mit einem Buzzer!), an Informationen zu veröffentlichter Literatur, zu Glaubens- und Lebensfragen sowie Studien- und Weiterbildungsangeboten der Hochschule die zwei Stunden wie im Flug vergehen ließen.
Davor und danach wurde das Essen bereitgestellt; mittags zumindest drei Gänge: Spirelli mit Tomatensoße, Nachtisch, einen Kaffee (oder ein anderes Getränk freier Wahl). Es ist niemand verhungert. Am Nachmittag konnte dann jeder ein Stück Kuchen bekommen und staunen, dass auch in Sachsen-Anhalt Gebackenes schmecken kann!
Dank an Gott, dass wir diese Gelegenheit eines friedlichen und gesegneten Vereinigungstages hatten, danke an alle Organisatoren und Mitwirkenden, und das sind viele, danke für jedes Gebet und jeden positiven Gedanken.
Für mich gesprochen: Es war ein großartiger, gesegneter und schöner Tag – dieser Vereinigungstag 2026. Ich bin sehr vielen älteren und jüngeren bekannten Geschwistern begegnet, die irgendwann einmal meinen Lebensraum tangiert haben und die ich gern wiedergesehen habe. Das ist mir überall aufgefallen: Die Geschwister begegneten einander mit Freude, fühlten sich in der großen Gottesfamilie verbunden, erlebten Gemeinschaft. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte! Andrea Cramer.


















