Die adventistische Begegnungsstätte „Wachtelburg“ in Werder/Havel hat heute eine Familie aus der Ukraine aufgenommen: Großmutter und Großvater, ihre Tochter und deren drei Kinder. Sechs Personen also. Der Vorsitzende des Fördervereins Freundeskreis Wachtelburg e.V. teilte am Telefon erste Erfahrungen mit. Fragen und Antworten in einer gestrafften Zusammenfassung:

Was sollte man bei der Ankunft der Menschen auf keinen Fall vergessen?
Man sollte nicht vergessen, die Menschen vom Bahnhof oder dem Punkt, an dem sie stehen, abzuholen. Die Menschen haben Gepäck und können sich schlecht orientieren.

Ist eine seelische Betreuung hilfreich? Soll man das Gespräch suchen?
Es war so, dass wir uns gar nicht verständigen konnten. Die Familie spricht kein Deutsch. Außerdem waren alle sehr müde und erschöpft. Die Flucht ging über die Slowakei und Tschechien und dauerte über 24 Stunden. Sie sind sofort in ihre Unterkunft verschwunden und haben sich schlafen gelegt.

Was wäre bei der Verteilung der Menschen auf verschiedene Orte wichtig?
Wer Einfluss hat, sollte darauf achten, dass Familien zu Familien kommen. Es gibt genug Ukrainer, die keine Angehörigen in Deutschland haben. Die sollten dann eher in den größeren Unterkünften aufgenommen werden. Aber jetzt ist die Familie hier und sie ist uns willkommen.

Wie reagieren die Ämter?
Die Ämter waren mir gegenüber sehr freundlich. Sie reagieren von sich aus und haben auch zurückgerufen. Es geht nun um das Aufnahmeverfahren. Wir haben vieles noch nicht geklärt. Wir wissen noch nicht, wie die Dinge finanziert werden. Aber wir sind da nicht beunruhigt. Wichtig ist, dass die Menschen nach ihrer Flucht zur Ruhe kommen. Sie sind müde und kaputt.

Was ist bei der Logistik der Hilfe zu beachten?
Wichtig ist, dass nicht einer allein alles macht. Die Adventgemeinde Potsdam hat eine Aktionsgruppe mit Kati Bromberg, Ines Jurke und Antje Wuttke gebildet, die die Betreuung und Versorgung sicherstellt. Gebete sind wichtig.

Man soll die Menschen in Ruhe lassen. Gibt es trotzdem etwas, dass du erfahren hast?
Es sind die Luftangriffe, die die Menschen aus dem Land treiben. Auch wenn die Häuser nicht immer zerstört sind, es sind diese Angriffe aus der Luft. Am Sabbat (Anmerkung: Samstag) werde ich im Gottesdienst hier in Werder/Havel eine Predigt halten. Ich werde über Ängste sprechen. Auch die gläubigen Männer der Bibel hatten Ängste. Ein hilfreiches Wort ist da der Psalm 23.

Vielen Dank für die klaren Worte. Gottes Segen für eure tatkräftige Hilfe in Werder/Havel!

Weiterführende Links:
Begegnungsstätte Wachtelburg
Adventgemeinde Werder/Havel
Adventgemeinde Potsdam

Fragen/Redaktionelle Bearbeitung: Andreas Schrock. Das Foto vom Michael Schröder zeigt die Wachtelburg/Ostseite und trägt den Titel „Warten auf den Frühling“.

Adventgemeinde Dresden-Adventhaus