„Manchmal beginnt eine Debatte nicht mit Zahlen oder Studien, sondern mit einem Satz am Küchentisch. ‚Wir verblöden‘, sagt Sarah. 24 Jahre alt, aufgewachsen mit Smartphone und Social Media – und plötzlich ist sie diejenige, die warnt: vor Algorithmen, die unsere Zeit fressen, vor einem Dauerrauschen, das unser Denken ersetzt, und vor einer Welt, in der wir ständig verbunden sind – aber immer seltener wirklich da sind.“ So las ich es vor einiger Zeit in einem Beitrag.
Das Thema „Social Media“ ist nicht neu. Aber es scheint drängender zu werden. Selbst junge Menschen spüren, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Regeln der Anbieter, Altersbeschränkungen oder begrenzte Online-Zeiten – vieles wurde schon versucht. Und doch bleibt die Frage: Wie können wir mit sozialen Medien umgehen, ohne uns von ihnen beherrschen zu lassen?

Noch nie waren Menschen in der Geschichte so eng miteinander verbunden wie heute. Wir können jederzeit Nachrichten austauschen, Informationen teilen und über Grenzen hinweg miteinander in Kontakt bleiben. Das ist faszinierend und ein großer Fortschritt.
Und doch sind viele Menschen einsam, unruhig und überfordert. Wir sind zwar ständig erreichbar, viel beschäftigt – und oft trotzdem nicht wirklich präsent. Dabei verlieren manche nicht nur den Kontakt zu anderen, sondern auch ein Stück weit den Kontakt zu sich selbst.
Natürlich liegt das nicht allein an sozialen Medien. Aber sie sind ein Teil dieser Entwicklung. Deshalb lohnt sich die Frage: Können wir dem Sog dieser digitalen Welt für eine Weile entkommen? Die Antwort lautet: Ja! Gerade die Urlaubszeit bietet eine gute Gelegenheit dazu.

Urlaub muss ja keine Flucht vor dem Alltag sein. Aber er kann helfen, wieder neu zu entdecken, was wirklich wichtig ist: die eigene innere Balance, die Menschen, die uns nahestehen, gemeinsame Erlebnisse und gute Gespräche. Zeit zum Essen, Spielen, Lachen, Nachdenken und einfach Dasein.
Dafür brauchen wir nicht ständig Smartphone und Tablet. Vielleicht liegt darin eine einfache, aber wirksame Möglichkeit, dem „Verblöden“ und Veröden etwas entgegenzusetzen: nicht durch radikalen Verzicht, sondern durch einen bewussteren Umgang.
Warum auch nicht einmal wieder ein Buch zur Hand nehmen? Oder die Bibel – das Buch der Bücher –, die man schon so lange mal lesen wollte? Vielleicht entdecken wir dabei etwas, das in der digitalen Dauerbeschallung leicht verloren geht: Ruhe, Tiefe und den Blick für das, was wirklich zählt.

Eine erholsame und behütete Urlaubszeit wünscht
Lothar Scheel

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