Ermutigung

Andacht im Monat September: Mut zum Frieden

Andacht im Monat September: Mut zum Frieden

Eine große Familien-Saga wird im ersten Buch der Bibel erzählt: Isaak trägt schwer an der Verantwortung für seinen Clan. Sie sind heimatlose Nomaden, die im trockenen Steppenland des Nahen Ostens umherziehen. Die Herausforderung: Sie müssen Wasser finden. Wasser – das Lebenselixier für Kinder, Frauen, Männer und für ihre Schafherden.
Endlich erreichen sie einen Brunnen. Aber das Wasser wird von den Bewohnern der Philister-Stadt Gerar gehütet. Deren Soldaten rücken aus mit König Abimelech an der Spitze. Sie jagen die Eindringlinge zurück in die Steppe.
In der Nacht darauf wälzt sich Clan-Chef Isaak ruhelos auf seinem Lager. Die Gedanken sind schwer. Da erscheint ihm Gott: „Hab keine Angst; ich stehe dir bei!“ Ein Zuspruch vom Allmächtigen macht Isaak Mut. Aber was bedeutet er? Soll Isaak um Wasser für seine Leute kämpfen? Verspricht Gott ihm den Sieg über die Stadt?
Am nächsten Morgen nehmen die Ereignisse eine überraschende Wendung. Der Stadtkönig steht vor dem Nomadenlager. König Abimelech aus Gerar kommt jedoch nicht mit seiner Armee, sondern mit einer Verhandlungs-Delegation. Großspurig bietet er Isaak einen Friedensvertrag an: „Versprich, dass du unsere Stadt nicht angreifen wirst. Wir haben dich ja auch in Frieden ziehen lassen.“
Isaak glaubt, sich verhört zu haben. „In Frieden ziehen lassen?! Ihr habt mich fortgejagt wie einen Feind!“ Doch er schluckt seinen Stolz herunter. Er weiß: Ein kluger Kompromiss ist besser als ein blutiger Sieg. Isaak lädt König Abimelech und seine Begleiter zu einem Festmahl ein. Sie schließen Frieden und gehen getrennte Wege.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Die Männer des Nomaden-Clans graben in der Steppe einen Brunen und stoßen auf Wasser. Jetzt wusste Issak, was Gott gemeint hatte mit „Hab keine Angst; ich stehe dir bei!“ Nicht Sieg über seine Feinde hatte der Allmächtige ihm versprochen, sondern leben in Frieden.
Manchmal finden wir das, was wir zum Leben brauchen, nicht im Kampf gegen andere, sondern dann, wenn wir den Mut aufbringen, Friedensstifter zu sein.

Simon Krautschick nach 1.Mo 26

Andacht im August: Der Tröster gibt Hilfe in Zeiten der Not

Andacht im August: Der Tröster gibt Hilfe in Zeiten der Not

Corrie ten Boom erzählt: Als ich ein kleines Mädchen war, sagte ich zu meinem Vater: „Papa, ich habe Angst, ich werde nie stark genug sein, um ein Märtyrer zu werden.“
Da fragt mich der Vater: „Sag mal, wann gebe ich dir das Fahrgeld, wenn du eine Reise machst? Drei Wochen früher?“
„Nein, Papa, an dem Tag, an dem ich verreise!“
„Genau. Und siehst du, deshalb gibt dir dein himmlischer Vater nicht heute die Kraft, Verfolgung zu ertragen, wenn dich niemand verfolgt und du diese Kraft gar nicht brauchst. In dem Augenblick, wo du für Jesus leiden musst, wird er dir die nötige Kraft geben. Im Augenblick brauchst du sie nicht.“ Ich war getröstet und spielte wieder mit meinen Puppen.
Später gab mir der Herr die Fahrkarte: Als ich leiden musste, strömte die Kraft. Nicht früher, nicht später. Er gab sie zur rechten Zeit. (Quelle: Vortrag Corrie ten Boom „Personal Testimony“ beim First International Congress on World Evangelization – Lausanne, 21. Juli 1974).
Wer die beeindruckenden Bücher über das Leben von Corrie ten Boom gelesen hat, wird diese Geschichte vielleicht kennen. Eine Wiederholung schadet nicht. Zeigt sie doch mit klaren und deutlichen Argumenten, dass jeder ins Zweifeln geraten kann, aber der Helfer schon bereitsteht, auch wenn wir ihn noch nicht sehen.

Solange der Himmel hell ist, machen wir uns wenig Gedanken über das nächste Unwetter. Doch wenn dunkle Wolken aufziehen, fragen wir uns, ob wir stark genug sein werden. Die gute Botschaft lautet: Wir müssen nicht aus eigener Kraft bestehen. Gott erwartet nicht, dass wir die Last allein tragen. Er verheißt, uns gerade dann nahe zu sein, wenn wir seinen Beistand am meisten brauchen. Und wir müssen nicht die Kraft für alle kommenden Tage besitzen. Gott gibt uns gewöhnlich nicht schon heute die Hilfe für die Nöte von morgen. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass seine Hand uns dann trägt, wenn die Stunde der Prüfung kommt. Wer sich ihm anvertraut, muss den Weg nicht allein gehen. Gott verspricht nicht immer den einfachen Weg, aber seine Gegenwart und seinen Beistand zur rechten Zeit.

„Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20).

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen“ (Psalm 50,15).

Corrie ten Boom, PortraitCorrie ten Boom heißt eigentlich Cornelia Arnolda Johanna „Corrie“ ten Boom (1892 in Amsterdam geboren; 1983 in den USA verstorben), war eine niederländische Judenretterin. Sie gründete während der nationalsozialistischen deutschen Besetzung der Niederlande eine Untergrundorganisation, mit der zahlreiche Juden vor dem Holocaust gerettet wurden. Nach dem Verrat und Gefängnisaufenthalten kam sie ins Konzentrationslager Ravensbrück, das sie überlebte. Nach dem Krieg wurde sie in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel mit dem Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Sie predigte bis ins hohe Alter europaweit von der Liebe Gottes und schrieb mehrere Bücher über ihre Erfahrungen. Im Film „Die Zuflucht“ wurde ihre ergreifende Lebensgeschichte 1975 verfilmt. Ihr Elternhaus ist heute das Corrie-ten-Boom-Museum in Haarlem.

Text: Andrea Cramer

Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

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