Nach der Gründung der Gemeinde Neustadt in Sachsen 1908 führt uns der Weg zurück in die Landeshauptstadt Dresden. Die Chronik der Gemeinde Dresden-West berichtet eindrucksvoll von den Anfängen in Löbtau:

Herbst 1909 – nasskalter Wind reißt die braungelben Blätter von den jungen Bäumen an den Straßenrändern. Bauarbeiter wuchten Bretter von einem Pferdewagen. Es ist nicht die einzige Baustelle in Löbtau, die noch vor Einbruch des Winters fertig werden soll. Auch an den Gleisanlagen der Straßenbahn von der Kesseldorfer Straße aus nach Cotta wird noch emsig mit Hacken und Hebeln und einem mechanischen Kran gearbeitet. Schwere Brauereipferde ziehen die Schienen in die richtige Position. Tag für Tag rückt der neue Gleisstrang frisch verschraubt und mit Pflastersteinen eingebettet voran.

An einem jener Herbsttage des Jahres 1909 stieg der adventistische Prediger Weymann aus dem Eisenbahnabteil und suchte sich ein Zimmer in Löbtau. Hier in diesem emporstrebenden Stadtgefüge wollte er eine neue Adventgemeinde gründen und begann, für einen biblischen Vortrag zu werben.

Der Drei-Kaiser-Hof bot nicht nur Quartier, sondern auch den Vortragsraum. Die Besucher kamen zahlreich an diesem Abend, neugierig, denn Kino und Theater waren teuer, der Fernseher war noch lange nicht erfunden. Nach dem Vortrag zeigten fünf Frauen weitergehendes Interesse. So besuchte sie Prediger Weymann in ihren Wohnungen. Bald zeigte sich, dass sie bereit waren, den 7. Tag der Woche heilig zu halten. Doch es gab in Löbtau noch keine Adventgemeinde. Und so empfahl ihnen Bruder Weymann den Gottesdienstbesuch in einer schon bestehenden Adventgemeinde in der Serrestraße, Nähe Carolabrücke.

Es handelte sich um jene Adventgemeinde, die sich im Jahr 1900 zunächst in einem Privathäuschen in Striesen versammelt hatte. Nun hat sie schon mehrere Umzüge hinter sich und nimmt die fünf jungen Frauen aus Dresden-Löbtau herzlich auf.

Zusammenstellung: A. Schrock

 

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