Deutschland trat mit der Kriegserklärung gegen Russland am 1. August 1914 in den Weltkrieg ein. Es war an einem Sabbat (Sonnabend). Die noch jungen Adventisten im Raum Dresden steckten in einer Welle von Gemeindegründungen.

Die Chroniken der Gemeinden berichten nichts vom Ausbruch des 1. Weltkrieges. Trotzdem geben sie Hinweise auf die Stimmung und den Glauben der Adventgemeinden im Raum Dresden. So wird am 1. August, dem Tag der deutschen Kriegserklärung, die Gemeinde Nossen gegründet. In Radeberg steht die Gründung der Adventgemeinde bevor. Immerhin hatte Bruder Otto Schildhauer im „Deutschen Haus“ bereits 1912 die Drei-Engels-Botschaft verkündigt und vier Menschen getauft. Eine rege Missionstätigkeit gab es auch in Kamenz, Königstein und Ohorn.

Die Adventgemeinden im Jahr 1914 •Arnsdorf: 12 Glieder •Dresden-Löbtau: 11 Glieder (1911) •Dresden-Altstadt: nicht bekannt •Meißen: 42 Glieder •Neustadt/Sa.: 22 Glieder •Nossen: 15 Glieder •Pirna: 38 Glieder •Riesa: 7 Glieder (1912) •Weinböhla: 6 Glieder (1912)

Die Adventgemeinden im Jahr 1914

Gemeinden Größe
Arnsdorf12 Glieder
Dresden-Löbtau 11 Glieder (1911)
Dresden-Altstadtnicht bekannt
Meißen42 Glieder
Neustadt/Sa.22 Glieder
Nossen15 Glieder
Pirna38 Glieder
Riesa7 Glieder (1912)
Weinböhla6 Glieder (1912)

Mit dem Königreich Sachsen lagen die Adventisten im Dauerstreit, denn sie verstießen im Missionseifer gegen das „Gesetz über Kultusfreiheit“. Danach durften sie keine kultischen (religiösen) Beziehungen zu Gliedern der evangelisch-lutherischen Landeskirche pflegen. Der Staat reagierte 1912 mit der Auflösung der Kindersabbatschule in Dresden. G.W. Schubert fasste die Stimmung im „Zions-Wächter“ so zusammen: „Noch niemals ist der Widerstand stärker gewesen als dies Jahr, und noch niemals habe ich die Macht Gottes so in unsern Versammlungen ruhen sehen wie gegenwärtig.“

Zusammenstellung: A. Schrock

 

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