Die ersten Adventgemeinden in Sachsen erlebten kräftigen Gegenwind. Hinweise finden sich im Historischen Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau in der Zeitschrift „Zions-Wächter“ aus dem Jahr 1911.Die Missionarin Hermine Ehehalt berichtet in der Ausgabe 16 vom Oktober 1911 „Aus dem Sachsenlande, Dresden – Pirna.

Seit Februar des Jahres durfte ich unter den Sachsen arbeiten. Dieses Land, die Wiege der Reformation, trat von Anfang an für Luther ein … Und wiederum, nach fast 400 Jahren, kommt die letzte Reformation, die dreifache Engelsbotschaft zu den Sachsen …

Seit mehreren Monaten durfte ich in der Hauptstadt Dresden arbeiten. Wir feierten dreimal Taufe, und 21 Seelen gelobten dem Herrn Zebaoth Treue. Dieses Elb-Florenz ist eine der schönsten Städte, hat 580.000 Einwohner, ist der Sitz für Kunst und Wissenschaft und gegenwärtig ist dort auch die Hygiene-Ausstellung.
Nur die Worte der Weissagung wollen die Leute nicht gerne hören, davon wissen sie auch nichts. Aber unsere dortige Gemeinde hat mir viel Liebe erwiesen, und der Abschied war mit leid.

Am 18. September fing ich mit Vorträgen in Pirna an. Dies ist eine alte Festung mit 20.000 Einwohnern, in der Nähe der Sächsischen Schweiz. Die Pastoren warnten sofort und sperrten mir die Zeitung. Gleichzeitig hielt man am Sonntag eine Predigt über Toleranz. Aber der Herr half. Wir verteilten viele tausend Einladungen, und der Besuch sowie das Interesse sind gut. Gedenkt unserer Arbeit im Gebet. Eben Ezer. Hermine Ehehalt.

Der Bericht im „Zions-Wächter“ wirft nicht nur für uns heute Fragen auf. Er hat im Jahr 1911 sicher auch die Leser in anderen Adventgemeinden verwundert. Denn die religiösen Verhältnisse im Königsreich Sachsen waren sehr restriktiv.

 

Ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Kreher und Dieter Rockstroh

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